Ausgabe 2_2016
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Zwei Top-Sport-Events lassen heuer die sonst allgemein übliche Sommer-Flaute zum Erlebnis werden: Nach der UEFA-Fussball-Europameisterschaft in Frankreich wird der Fokus über Europa hinaus auf die Olympischen Spiele in Rio gerichtet. Nach dem 21. August 2016 dürfte dann wieder der sportliche Normalfall eintreten. Die beiden genannten Sport-Ereignisse werfen im Vorfeld Licht und Schatten: Der Fussball boomt und Olympische Spiele versetzen die Menschen in den Ausnahmezustand – dies die positive Seite. Seit der Sport jedoch auch zum Angriffsobjekt von Menschen, welche diese Plattform für ihre Ziele missbrauchen, geworden ist, schwingen im Vorfeld grosser Sportveranstaltung auch Befürchtungen und Ängste mit, die sogar den Dopingskandal im Zusammenhang mit dem Sport in Russland in den Hintergrund treten lassen. Unisono herrscht jedoch die Meinung vor, dass ungeachtet dieser Bedrohungslage der Sport seinen Lauf zu nehmen habe; beuge er sich, habe er verloren, und Angreifer hätten damit ihre Ziele erreicht (vgl. bspw. hierzu auch die «Tribüne» in diesem Heft). Auch wenn sich der Sport keinen Sachzwängen beugen soll oder «courant normal» zelebriert wird, hat er seit dem vergangenen Jahr dennoch einiges von seiner Unbeschwertheit eingebüsst. Bei den Organisatoren der Fussball-Europameisterschaft in Frankreich und der Olympischen Spiele wird nach Abschluss ihrer Events (am 11. Juli in Frankreich bzw. am 22. August in Rio) Erleichterung zu spüren sein – wenn die beiden Grossereignisse denn reibungslos über die Bühne gegangen sind, was natürlich zu hoffen ist. Falls Deutschland nach dem WM-Titel (2014 in Rio) auch den Wettbewerb auf Konföderationsebene gewinnen sollte, könnte sogar eine Neuauflage des «Sommermärchens» von 2006 Wirklichkeit werden. Ganz so, wie es 2006 war, dürfte es sich allerdings nicht mehr «anfühlen». Das hat auch damit zu tun, dass die Stimmung im Zusammenhang mit den Vergabevorwürfen gegenüber dem Deutschen Fussball-Bund (DFB) mit Blick auf die Vergabe der WM-Endrunde 2006 etwas gedrückt bleiben wird. Nach wie vor ist dieser Schatten, der über dem DFB liegt, stärker als das Licht.